Werner Momsen
Detlef Wutschik stammt aus Achim, ist Radiomoderator und spielt mit Puppen. Genauer gesagt mit einer ganz bekannten Klappmaulpuppe namens Werner Momsen. Ihm seine Soloshow findet am 4. Mai 2021 statt - Corona wird´s hoffentlich erlauben...
 

Detlef Wutschik kennt das Leben von vielen Seiten: Er erlernte das Maler- und Lackiererhandwerk, widmete sich danach als Berufsschullehrer der Ausbildung junger Menschen und später wurde er zum Puppenspieler.  Als Werner Momsen ist er äußerst erfolgreich und erhielt viele Auszeichnungen wie z. B. den Hamburger Comedy Pokal, den "Gaul von Niedersachsen" der Freunde des Kabaretts Niedersachsen e.V. und etliche andere. Seit 2018 ist Detlef Wutschik überdies Botschafter des niederdeutschen Theaters als nationales immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

 

Werner Momsen spricht zwei Sprachen fließend: Norddeutsch und Niederdeutsch. Norddeutsch sogar so gut, dass es auch Süddeutsche verstehen. Als besonderes Gesicht des NDR Fernsehens ist er regelmäßig als Livemoderator bei diversen Großveranstaltungen vor Ort oder meldet sich im Radio bei NDR 90,3 und Hör mal'n beten to zu Wort.
 
Werner Momsen ist anders als die Anderen. Die Haut aus Polypropylen, Haare aus Polyacryl und innen drin nichts als Schaumstoff. Von Geburt an Sondermüll – kein leichtes Leben. Er liebt es aber trotzdem. Er ist fremdbestimmt, aber oft doch freier als sein schwarzer Begleiter, der immer hinten drin steckt. Denn Werner kann Dinge tun und sagen, die nur er tun und sagen darf. Im Interview mit Holm Diedrichs verrät er uns wie er sich in der Pandemie eingerichtet hat und ob sie ihm etwas ausmacht:

Wie geht es Ihnen derzeit?

Tja, es ist nicht so einfach, seine Leichtigkeit nicht zu verlieren, aber zum Glück hat das Virus bisher einen großen Bogen um meine Familie gemacht und bis auf die fehlenden Auftritte, habe ich eigentlich nichts auszustehen. 

Was war für Sie besonders interessant am Corona-Geschehen in letzter Zeit? 

Mit wie wenig man auskommt und wie schön es ist, nicht konsumieren zu können. 

Haben Sie schon Corona-Tests gekauft und in welchen Fällen würden Sie sie einsetzen?

Nein, habe ich noch nicht. Für den privaten Gebrauch halte ich das nicht für nötig und machbar, weil dann ja eigentlich jeder aus der Familie jeden Tag einen Test machen müsste. Das führt nur zu noch mehr Paranoia. Bei Begegnungen und Veranstaltungen, wo es Sinn macht, bin ich aber jederzeit dazu bereit. Ich habe allerdings noch nicht verstanden, was wir dann mit einem privat durchgeführten Test machen sollen. Wenn man den nicht vor Ort macht, kann ich den doch überall herhaben, oder? Wer beweist denn, dass es mein Testergebnis ist? 

Was möchten Sie am liebsten tun, wenn die Lockerungen es wieder erlauben?

Nachmittags gehe ich ins Kino, abends in ein Theater. Dort sitze ich ganz weit vorne und sehe, wie Menschen live etwas tun. Danach werde ich in einem Restaurant essen, die Nacht durchtanzen und am nächsten Morgen in ein Museum gehen... Ich will dann nie wieder fernsehgucken!

Sollten Geimpfte wieder ins Restaurant, Theater oder ins Fitness-Studio dürfen?

Erst, wenn alle die Möglichkeit einer Impfung hatten und bewiesen ist, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend sind, sollte es für sie Sonderregelungen geben. 

Wann erwarten Sie, dass Reisen wieder möglich sein werden?

Ich hoffe erst, wenn weite Teile der Welt geimpft sind. Sonst schleppen wir uns das Virus immer wieder hin und her. Ich finde es unvernünftig und unsolidarisch jetzt zu reisen. Auch wenn es für die Reisebranche schlimm ist. Die Umwelt bedankt sich aber dafür. Mir fehlt es nicht. 

Gibt es in Ihrem Alltag Veränderungen, die Sie auch nach der Pandemie beibehalten wollen?

Ja, mehr Genügsamkeit, weniger Hektik, mehr Demut und Hier und Jetzt. 

Was hat Sie im Zusammenhang mit Corona besonders verärgert?

Da gibt es viel. Auf jeden Fall jegliche Art von Verschwörungstheorien, die zunehmende Wut in der Gesellschaft, die mangelnde Geduld und das ewige Besserwissen von Dingen, die noch keiner wissen kann.  

Welche positiven Entwicklungen sehen Sie, die Sie hoffnungsfroh stimmen?

Da sehe ich nicht viel. Auch wenn sich der größte Teil unseres Landes unheimlich gut in der Pandemie verhalten hat, kommen wir gegen den menschlichen Egoismus und seine Eitelkeiten nicht gegen an. Ich hoffe, dass viele Menschen gemerkt haben, dass soziale Kontakte wichtiger sind, als Einkaufen und Verreisen. 

Wird das Leben nach Corona wieder normal werden? Und wann?

Experten sagen, dass Menschen sich nach Normalität sehnen und deswegen wohl versuchen werden, schnelle Normalität anzustreben. Aber wie wird die sein? Wie vor der Pandemie? Werden die Menschen wieder genauso oft zu uns in die Theater kommen? Werden sie mehr oder weniger unterwegs sein? Wollen sie nachholen oder bleiben sie ängstlich und skeptisch? Werden wir wieder so viel Nähe wie vor Corona haben? Ich bin gespannt! Ich weiß nicht, wann es so sein wird. Prognosen zu geben, wage ich nach über einem Jahr Hin und Her nicht mehr. 

Herzlichen Dank für die offenen Worte, lieber Detlef Wutschik! Hier gibt's übrigens noch mehr über ihn zu erfahren: Zur Werner Momsen Webseite

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