Lucy van Kuhl
In meiner Interview-Reihe mit Detlef Wutschik alias Werner Momsen und Stefan Waghubinger ist Corinna Fuhrmann alias Lucy van Kuhl nächste Künsstlerin, die ihr Ein- und Ansichten zur Corona-Pandemie kundtut. Corinna/Lucy fand bereits in unserem ersten Gespräch vor 10 Monaten, dass wir in einem Apltraum leben.
 

Lucy van Kuhl ist das Pseudonym von Corinna Fuhrmann, eine virtuose Klavierspielerin, die wir in Cloppenburg am 27. Mai 2021 als Klavier-Kabarettistin erleben werden. Bedingung ist jedoch, dass es unserem Landkreis gelingt, die extremen Inzidenzen deutlich zu senken…

Ich habe Corinna Fuhrmann alias Lucy van Kuhl in ihrem Domizil in der Provence erreicht. Corinna/Lucy lebt in zwei Welten, weil sie in Berlin arbeitet, wenn sie z.B. Musikaufnahmen macht während sie in der Provence ihre Entspannungs- und Schreibwelt findet, wo neue Ideen für ihre musikalischen Auftritte entstehen. Wie gut das klingt, höre ich immer wieder mit Begeisterung, wenn ich Lucy´s neue CD „Alles aus Liebe“ abspiele.

Corinna/Lucy hat 10 Fragen zur Lage ihres Alltags in der Pandemie beantwortet.

Wie geht es Ihnen derzeit?

Sehr gut. Ich bin seit über drei Monaten in meiner Zweitheimat Südfrankreich und genieße das tolle Wetter. Das hebt die Stimmung gewaltig.

Was war für Sie besonders interessant am Corona-Geschehen in letzter Zeit? 

„Interessant“ finde ich, dass andere Länder viel weiter mit dem Impfen sind als wir. Dabei brüstet sich Deutschland doch, so organisiert zu sein. Vielleicht läuft Vieles doch zu bürokratisch…

Haben Sie schon Corona-Tests gekauft und in welchen Fällen würden Sie sie einsetzen?

Ich habe noch keine gekauft, da ich ja nicht in Deutschland bin. In Frankreich kann man schon seit Monaten in der Apotheke kostenlos einen Schnelltest machen.

Was möchten Sie am liebsten tun, wenn die Lockerungen es wieder erlauben?

Natürlich auf die Bühne! Aber mal wieder im Restaurant zu essen wäre schon auch erstmal fantastisch. 

Sollten Geimpfte wieder ins Restaurant, Theater oder ins Fitness-Studio dürfen?

Das ist eine schwierige Frage, denn es könnte die Gesellschaft spalten. Man kann ja nicht frei entscheiden, wann man geimpft wird. Das heißt, die ersten Impfgruppen hätten einen klaren Vorteil. Wenn alle tendenziell an den Impfstoff kommen können, aber manche ihn verweigern - warum nicht.

Wann erwarten sie, dass Reisen wieder möglich sein werden?

Reisen sind ja schon möglich, werden aber verständlicherweise nicht gerne gesehen. Ich hatte sogar eine Anfrage für März, auf einem Kreuzfahrtschiff zu spielen, was ich allerdings nicht gemacht habe. Aber von anderen Künstlern, die gerade dort arbeiten, hörte ich, dass die Schiffe durchaus voll sind. Alle anderen Reisen - vielleicht im Sommer? Die Hotels müssten ja erst wieder öffnen. 

Gibt es in Ihrem Alltag Veränderungen, die Sie auch nach der Pandemie beibehalten wollen?

Außer dass ich permanent an einem Ort bin und keine Auftritte habe, gibt es gerade keine großen Veränderungen. Wenn ich in pandemielosen Zeiten hier in Frankreich war, habe ich eigentlich genauso gelebt: schreiben, viel in der Natur sein, im Meer schwimmen.

Aber eventuell werde ich auf Reisen in Erkältungszeiten auch mal eine Maske tragen. Ich hatte seit Beginn der Pandemie nicht eine einzige Erkältung. Das könnte mit der Isolierung und auch mit dem Maskentragen zusammenhängen.

Was hat Sie im Zusammenhang mit Corona besonders verärgert?

Dass Kultur so einen geringen Stellenwert in der Gesellschaft und der Regierung hat. Natürlich sind zunächst andere Berufe wichtiger. Aber Kultur ist unverzichtbar. Mich hat geärgert, dass erst jetzt ein bisschen ernsthafter über uns geredet wird, wenngleich die Umsetzung noch sehr fraglich ist. Wir, also Veranstalter, Künstler und alle damit zusammenhängenden Berufe, sind jetzt auf Standby, sollen aber schön ruhig sein, weil wir ja erwähnt wurden. Dabei stecken sich laut Statistik die wenigsten Menschen bei einer kulturellen Veranstaltung an.

Welche positiven Entwicklungen sehen Sie, die Sie hoffnungsfroh stimmen?

Es wird geimpft und es kommen auch neue Impfstoffe nach Europa.

Wird das Leben nach Corona wieder normal werden? Und wann?

Es wird sich schon noch etwas weiter fortsetzen. Viele Soloselbständige sind ja finanziell in Not, Konzerte fanden nicht statt, Restaurants mussten schließen. Auch der Einzelhandel hat Probleme und und und. Ich denke, „normal“ wird es erstmal nicht weitergehen. Aber es wird weitergehen, wenn wir alle geimpft sind.

Lucy van Kuhl habe ich im Mai 2019 vor der Corona-Pandemie erstmals interviewt. Damals fühlte sie sich wie in einem Alptraum, der seither für uns alle immer schrecklicher geworden ist. Lesen Sie das erste Interview hier.

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