Michael Feindler tritt am 3. November 2021 im Kulturbahnhof auf. Im Interview mit Holm Diedrichs, Vorsitzender im Förderverein Kulturbahnhof Cloppenburg e.V., berichtet er darüber wie er derzeit das Publikum erlebt.
 
Wie geht es Ihnen gerade in der abflauenden Corona-Pandemie?
Durchwachsen. Einerseits freue ich mich sehr, dass das Kulturleben wieder losgeht und ich wieder Bühnenabende vor Live-Publikum erleben kann. Andererseits bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, ob es im Winter nicht doch wieder stärkere Pandemie-Einschränkungen geben wird.
 
Wie haben Sie sich in den Monaten ohne Auftritte beschäftigt?
Mit meiner Familie.
 
Erleben Sie derzeit das Publikum wie vor Corona oder gibt es Veränderungen und wenn ja: welche?
Publikum, das aufgrund von Abstandsregeln in mehreren vereinzelten Kleingruppen im Raum verstreut sitzt, reagiert erfahrungsgemäß verhaltener auf Bühnendarbietungen, als ein Publikum, in dem die Menschen enger beieinander sitzen.
 
Seit Kurzem haben im Kulturbahnhof Cloppenburg im Theater, der Kulturkneipe und in der KunstHalle nur Geimpfte und Genesen Zutritt. Finden Sie die 3G-Regel besser oder denken Sie, dass 2G Vorteile hat?
2G hat den großen Vorteil, dass sich ein Auftritt wieder weitgehend wie in Vor-Pandemie-Zeiten anfühlt, da die Zuschauer weniger Abstand halten und während der Vorstellung keine Masken tragen müssen.
 
Sie haben auf Ihrer Webseite den Gedanken „Kabarett für alle“ praktisch umgesetzt und bieten an, dass man Ihr Programm auch sehen kann, wenn das Geld knapp ist. Wie wird das angenommen?
Von den wenigen Personen, die es bislang genutzt haben, wurde es gut angenommen. Aber vermutlich ist das Angebot noch nicht bekannt genug.
 
Der Kulturbahnhof hat rund 160 Plätze. Davon werden derzeit nur 100 angeboten, die bisher nicht all verkauft werden können. Woran liegt das und was sollten Veranstalter tun, um eine bessere Auslastung zu erreichen?
Ich würde mir nicht anmaßen wollen Veranstaltern Tipps zu geben - insbesondere nicht in der aktuellen Situation. Denn offenbar ist es gerade vielerorts so, dass das Publikum das Kulturleben erst wiederentdecken muss, nachdem die Bühnen monatelang geschlossen waren. Ich fürchte, da müssen Veranstalter einen langen Atem haben.
 
Wie wichtig sind aus Ihrer Sicht einerseits die analogen Medien, d.h. Anzeigen und PR-Beiträge und die digitalen Medien wie Webseiten und die Sozialen Medien für Sie als Künstler und für die Bühnen, auf denen Sie auftreten?
Beides ist wichtig, es kommt vor allem darauf an, welche Zielgruppen ich erreichen möchte. Aber das ist eine Wissenschaft für sich.
 
Sie bieten auf YouTube Auszüge aus Ihrem Programm an. Was bringen diese kurzen Sequenzen und in welchem Umfang werden sie genutzt?
Die kurzen Videos ermöglichen zumindest einen kleinen Einblick in das, was ich mache. Das ersetzt nicht ansatzweise ein abendfüllendes Live-Programm, aber aus Publikumssicht ist es eben erfreulich, im Nachgang noch einmal etwas anzuschauen oder auch vorab mal einen ersten Eindruck zu bekommen.
 
Man sagt, Kabarett ist erst was für Leute ab 40. Ist das auch Ihre Erfahrung, dass Sie eher vor einem Älteren Publikum auftreten?
Der Altersdurchschnitt liegt häufig über 40, das liegt aber sicher nicht daran, dass Kabarett erst für Leute ab 40 etwas wäre. Im Gegenteil. Inzwischen habe ich sogar das Gefühl, dass das jüngere Publikum ein größeres Interesse an politischen Themen hat als die ältere Generation, für die der Unterhaltungsfaktor im Kabarett häufig wichtiger zu sein scheint als die ernsthafte Auseinandersetzung mit Inhalten. 
 
Zum Schluss noch 3 persönlichere Fragen:
 
Welches Buch hat Sie in Ihrem Leben am meisten beeindruckt?
Zuletzt „Die unbewohnbare Erde“ von David Wallace-Wells.
 
Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist?
Trödeln.
 
Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank?
Ein Glas mit Pesto.
 
Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg für Ihr neues Programm "Ihr Standort wird berechnet", das wir mit Spannung am nächsten Mittwoch, 3.11.21 erwarten. Jetzt schnell noch Karten sichern!
 

 

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.